Tipps zum Studienstart

Für die meisten Studienanfängerinnen und -anfänger ist es nicht einfach, sich in das neue System Hochschule einzufinden. So müssen zu Anfang des Studiums zuerst einige organisatorische Fragen geklärt werden und eventuellen Ängsten und Vorurteilen Abhilfe geleistet werden, bevor sich die Erstsemester den Inhalten ihres Studienfachs widmen können. Deshalb wollen wir in dieser Spezialfolge allen Erstis ein paar Tipps über Selbststudium, Zeitmanagement, Gruppenarbeiten und vieles mehr geben. Hierfür haben wir Gäste aus verschiedenen Fachbereichen -  Naturwissenschaft, Rechtswissenschaft, Lehramt, Soziologie und Medizin - eingeladen, um einen umfassenden Einblick in den Studienalltag zu bekommen.

Eine Milliarde Tonnen DVDs

In dieser Folge erzählt Tristan Müller - Doktorand am Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik -  von spannenden Phänomenen und interessanten Erkenntnissen aus dem Bereich der Materialphysik. Dabei geht es um die Untersuchung und Berechnung der Eigenschaften unterschiedlicher Materialien: über Dichte und Leitfähigkeit bis hin zum Magnetismus, der für Tristan eine besonders wichtige Bedeutung hat. Magnetische Effekte werden in der Industrie vielfältig genutzt. Sie ermöglichen zum Beispiel Datenspeicherung auf Festplatten, Mobilität durch Elektromotoren oder Stromproduktion durch Generatoren in Kraftwerken und Windkraftanlagen. Allerdings erschweren sie auch die Abschätzung von Materialeigenschaften, da die Auswirkungen von Magnetfeldern in die bisherigen Berechnungsmodelle nicht gut integriert werden können. Die Methoden und Inhalte der Materialphysik gehen unter anderem auf die Erkenntnisse des Chemie-Nobelpreisträgers Walter Kohn zurück. Ihm gelang es, theoretische Überlegungen zur Berechnung von Materialeigenschaften an den entscheidenen Stellen zu vereinfachen und so eine ganze Wissenschaftsdisziplin zu begründen.

Hallo, ich bin Barbados!

Die United Nations (UN) wurden nach dem zweiten Weltkrieg gegründet, um die Welt vor einem weiteren verheerenden Krieg zu schützen und die internationale Zusammenarbeit zu fördern. Um einen tieferen Eindruck in die Arbeit der Diplomatinnen und Diplomaten in dieser Organisation zu erhalten, bietet sich eine Teilnahme bei der größten UN-Simulation an - dem National Model United Nations (NMUN). Pia und Lewis gehörten zur ersten halleschen Delegation, die letztes Jahr an dieser UN-Simulation teilnahm. Das fünftägige Planspiel findet jährlich im UN-Hauptquartier in New York statt und ist sehr stark an den tatsächlichen Strukturen und Hierarchien der Vereinten Nationen orientiert; es wird debattiert, verhandelt und nach Lösungsansätzen für aktuelle Probleme gesucht. Dabei vertreten die Delegationen ein Land, auf das sie sich vorher beworben haben. Die halleschen Studierenden übernahmen hierbei die Rolle der Delegation des karibischen Inselstaates Barbados. Wie sie sich darauf vorbereitet haben, welche Erfahrungen sie im Planspiel gemacht und wie sie im „diplomatischen Wettbewerb“ abgeschnitten haben, erzählen sie in dieser Podcast-Folge.

Staat und Religion trennen

Die Judaistikerin Anne-Sarah Fiebig spricht mit uns über Jeschajahu Leibowitz, einen der bekanntesten zeitgenössischen jüdisch-orthodoxen Philosophen, aktuelle innenpolitische Spannungen in Israel und über die jüdische Kultur.  Jeschajahu Leibowitz wurde 1903 in Riga geboren und wirkte bis zu seinem Tod 1994 in Jerusalem als orthodoxer Jude, Naturwissenschaftler und Philosoph kritisch an der Entwicklung eines modernen Israels mit. Insbesondere fiel Leibowitz durch seine Forderung nach einer strengen Trennung von Staat und Religion auf, die in der orthodoxen Gemeinschaft auf starke Gegenwehr stieß. Laut Leibowitz wird die jüdische Religion zur Legitimierung politischer Maßnahmen missbraucht, weshalb er - um Staat und Religion voreinander zu schützen -  dafür plädiert die Sonderstellung der Religion abzuschaffen. Damit sie eine Zukunft habe, müsse die Religion Privatsache bleiben.  Doch die gesellschaftliche Realität in Israel ist heutzutage eine andere. Der zunehmende politische Einfluss der Orthodoxen führt zu Konflikten mit dem jungen, liberalen Einwohnern - viele empfinden die aktuelle Situation als sehr ungerecht und fordern nach mehr Gleichberechtigung und Gleichverpflichtung. Ein Einblick in die spannende israelische Kultur und Innenpolitik dieser Tage.

Elf Nasen auf dem Rasen

Der Medienwissenschaftler Fabian Lamster hat in seiner Masterarbeit seine zwei großen Leidenschaften verbunden und sich mit der medialen Wahrnehmung des Fußballs beschäftigt. Genauer betrachtete er die Entstehung und Entwicklung von parasozialen Beziehungen zwischen den Zuschauern und den Sportlern. Parasozial beschreibt in diesem Falle eine Interaktion, die nicht sozial - also im gegenseitigen Austausch - stattfindet, sondern einseitig. Oftmals verfolgen Fans die Karrieren ihrer Lieblingssportlerinnen und -sportler über Jahre und entwickeln eine tiefe Bindung - es entsteht eine einseitige, parasoziale Beziehung zum Star, dem sich bisher jedoch kaum Rückkanäle boten. Durch die sozialen Medien ergeben sich neue Möglichkeiten der Interaktion, dennoch handelt hier oftmals nicht der Fußballprofi als Mensch, sondern als Marke und Medienfigur. Insbesondere im internationalen Profifußball sind die öffentlichen Auftritte, auch diese auf Facebook und co, von Medienberatungen und PR-Management beeinflusst. Nicht zuletzt haben auch die Vereine im Hintergrund hieran ein großes Interesse, geht es doch um die möglichst breite Vermarktung der Top-Spieler, für die zum Teil dreistellige Millionenbeträge investiert wurden. Und die Strategie scheint aufzugehen: viele Fußballer sind abseits ihrer sportlichen Karriere Personen mit einer großen medialen Präsenz, die Fans nehmen alle zur Verfügung stehenden Kanäle an um ihren Liebling verfolgen zu können. Die Fankultur ist stark emotional geprägt - das Verbundenheitsgefühl ist ein wichtiger Teil dieser Gefühlswelt Fußball.

Für die Demokratie kämpfen

In dieser ersten Folge des Podcasts führt uns der Politologe Alexander Kubis in die vergleichende Demokratieforschung ein. Die demokratischen Systeme in den verschiedenen Ländern weisen teilweise erhebliche Unterschiede auf. Daher stellt sich die Frage nach einer Methode für den Vergleich und die Bewertung der Systeme. Grundlegend ist hierbei die Unterscheidung von Konsens- und Mehrheitsdemokratien sowie von repräsentativen und direkten Demokratieformen. Dabei handelt es sich hierbei nicht um exakte Einteilungen, vielmehr existieren viele Mischformen zwischen den Extremen. In seiner Arbeit hat Alexander Kubis sich insbesondere auf die Performanz der politischen Systeme als Vergleichskriterium konzentriert. Die Perfomanz beschreibt die "Leistungsfähigkeit" eines demokratischen Systems, diese kann grob unterteilt werden in die wirtschaftliche Effizienz und die Partizipation, also die gelebte Teilhabe an der Demokratie. Hier stellt sich nun die Frage, wie sich die unterschiedlichen Leistungswerte sich auf das Wechselspiel zwischen Bevölkerung und politischem System auswirken - dies hat Alexander anhand verschiedener Fallstudien genauer untersucht.