Staat und Religion trennen

Jeschajahu Leibowitz und die Kritik am religiösen Establishment.

Abstract:

Die Judaistikerin Anne-Sarah Fiebig spricht mit uns über Jeschajahu Leibowitz, einen der bekanntesten zeitgenössischen jüdisch-orthodoxen Philosophen, aktuelle innenpolitische Spannungen in Israel und über die jüdische Kultur. 

Jeschajahu Leibowitz wurde 1903 in Riga geboren und wirkte bis zu seinem Tod 1994 in Jerusalem als orthodoxer Jude, Naturwissenschaftler und Philosoph kritisch an der Entwicklung eines modernen Israels mit. Insbesondere fiel Leibowitz durch seine Forderung nach einer strengen Trennung von Staat und Religion auf, die in der orthodoxen Gemeinschaft auf starke Gegenwehr stieß. Laut Leibowitz wird die jüdische Religion zur Legitimierung politischer Maßnahmen missbraucht, weshalb er – um Staat und Religion voreinander zu schützen –  dafür plädiert die Sonderstellung der Religion abzuschaffen. Damit sie eine Zukunft habe, müsse die Religion Privatsache bleiben. 

Doch die gesellschaftliche Realität in Israel ist heutzutage eine andere. Der zunehmende politische Einfluss der Orthodoxen führt zu Konflikten mit dem jungen, liberalen Einwohnern – viele empfinden die aktuelle Situation als sehr ungerecht und fordern nach mehr Gleichberechtigung und Gleichverpflichtung. Ein Einblick in die spannende israelische Kultur und Innenpolitik dieser Tage. 

Links:

Wikipedia: Jeschajahu Leibowitz

Wikipedia: Jerusalem

Wikipedia: Israel

Wikipedia: Orthodoxes_Judentum

Wikipedia: Halacha

Wikipedia: Rabbiner

Wikipedia: Tora

WikiQuote: Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Glutt

Deutschlandfunk-Kultur: “Sie sollen zur Armee gehen!”

taz: Die wachsende Minderheit

Bundeszentrale für politische Bildung: Gesellschaftsstrukturen in Israel

Bundeszentrale für politische Bildung: Staat-und-Religion in Israel

Bundeszentrale für politische Bildung: Antisemitismus

Bundeszentrale für politische Bildung: Studienreisen

Vimeo: Leibowitz – Faith, country and man (dreiteilige Kurzfilmreihe)

 

Literatur:

Jeshajahu Leibowitz, Judaism, Human Values and the Jewish State, trans. Eliezer Goldman et al., Hrsg. Eliezer Goldman (Cambridge/London: Harvard University Press, 1992).

Jeshajahu Leibowitz mit Miachael Shashar, Gespräche über Gott und die Welt, trans. Matthias Schmidt (Frankfurt am Main und Leipzig: Insel Verlag, 1994; erste Auflage im Hebräischen bei Keter, 1987).

Avi Sagi, “Yeshayahu Leibowitz – A Breakthrough in Jewish Philosophy: Religion without Meta-physics,” Religious Studies, Vol. 33, Nr. 2 (Juni 1997): 203-216.

Leora Batnitzky, How Judaism Became a Religion. An Introduction to Modern Jewish Thought (Princeton and Oxford: Princeton University Press, 2011).

Moshe Hellinger, “A Clearly Democratic Religious-Zionist Philosophy: Thea Early Thought of Yeshayahu Leibowitz” JJTP 16.2 (2008), 253-282.

Zu Gast:

Anne-Sarah Fiebig, Masterstudentin „Judaistik“

Mitwirkende:

Fabian Link – Moderation

Liska Niederschuh – Redaktion

Eleonore Freier – Redaktion

About the author: Fabian Link