Folge 023

Wie hast Du gesagt?

Kurz und informativ sollen sie sein, die Radionachrichten. Diese Vorgabe lässt scheinbar kaum Spielraum zum Gestalten und doch variiert die Gestaltung von Sender zu Sender. Wie kommt das? Die Sprechwissenschaftlerin Anna Schwenke hat für ihre Promotion Sprecher*innen verschiedener Sender ein und denselben Text einsprechen lassen und untersucht, inwiefern sich die Sprechfassungen unterscheiden. Ein aufwendiger Prozess mit so aussagekräftigem Demomaterial, dass sogar das Thema der Doktorarbeit plötzlich neu formuliert werden musste. In dieser Folge des UnderDocs-Podcasts berichtet Anna über die Sprechstile von Nachrichtenmoderator*innen und lässt uns an ihrem Prozess teilhaben.

Folge 022

Wirtschaft vs. Umwelt

Seit 1962 arbeiten die Länder der Europäischen Union im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) an der Weiterentwicklung der Landwirtschaft. Dabei spielen für die Entscheidungen verschiedene Aspekte eine Rolle, insbesondere die Abwägung der wirtschaftlichen Interessen gegenüber den Zielen des Umwelt- und Tierschutzes ist eine große Herausforderung. Shoko Bethke befasst sich in ihrer Masterarbeit im Fach Politikwissenschaft mit dieser gemeinsamen Agrarpolitik und untersucht, welchen Fokus die Entscheiderïnnen gelegt haben.. Sie vergleicht die Reform aus dem Jahr 2013 mit der Reform aus dem Jahr 2020 und stellt sich die Frage, ob die Ergebnisse der Klima- und Umweltforschung hier Eingang in die Prozesse gefunden haben. Auch die Fleischproduktion sowie der Tierschutz spielen in dieser Debatte eine wichtige Rolle. Alles weitere erfahrt ihr in dieser Folge des UnderDocs Podcast.

Folge 021

Die menschliche Beatbox

Zungenmuskelkater, ausgerenkte Kiefer, Flatulenzgeräusche – diese Begriffe wirken weniger wissenschaftlich, als sie sich in der Bachelorarbeit von Ole Zender präsentieren! Er ist selbst langjährige “human beatbox” und nähert sich dem Thema gleichzeitig aus einer sprechwissenschaftlichen Perspektive. Er erzählt, wie die in dieser Kunstform verwendeten Laute eigentlich entstehen und warum Beatboxing sogar therapeutisch eingesetzt werden kann. Wenn ihr wissen wollt, was es mit dem „Flow“ auf sich hat, warum es sich lohnt zu wissen wo die eigene Zunge ist und wie man selber erste Beatbox-Rhythmen produziert – ihr erfahrt es in dieser Ausgabe UnderDocs.

Folge 020

“Eine sehr persönliche Angelegenheit”

Nahezu 10% aller Paare zwischen 25 und 59 Jahren sind ungewollt kinderlos. Die Reproduktionsmedizin hält eine Vielzahl an möglichen Lösungen für dieses Problem bereit, allerdings hängt die Gesetzgebung der technologischen Entwicklung in diesem Themenfeld weit hinterher. Das Embryonenschutzgesetz, das diese Fragestellungen juristisch klären soll, stammt von 1991 und wurde 2011 zuletzt aktualisiert. Es wäre an der Zeit über moderne Verfahren zu diskutieren und neue Regelungen zu finden, aber da dieser sensible Bereich viele Menschen sehr bewegt sind die Hemmungen die Debatte anzuregen hoch. Unser Gast Dr. Carina Dorneck hat sich dennoch in ihrer Promotion mit den medizinjuristischen und -ethischen Perspektiven auf die zahlreichen Entwicklungen der modernen Fortpflanzungsmedizin von der Samenspende über die Leihmutterschaft bis zum Klonen befasst und Ideen formuliert, wie der Gesetzgeber aus einer rechtswissenschaftlichen Perspektive handeln könnte.

Folge 019

Großer Plan … oder doch Zufall?

Die moderne Landwirtschaft befindet sich in einem komplexen Spannungsfeld: einerseits müssen die Erträge immer weiter gesteigert werden um die wachsende Weltbevölkerung zu speisen, auf der anderen Seite verlangt die Bevölkerung aufgrund des gestiegenen Umwelt- und Gesundheitsbewusstseins eine Reduktion des Pestizideinsatzes. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, forscht man weltweit an alternativen Möglichkeiten, um Nutzpflanzen vor Schädlingen zu schützen. Auch Valentin Hinterberger forscht als Doktorand am Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung an diesem Thema: er sucht nach Genen, die Weizen ohne zusätzlichen Einsatz chemischer Fungizide resistent gegenüber Mehltau machen. Dieser Pilz ist hochinfektiös und kann ein Weizenfeld in kurzer Zeit befallen und dadurch den Ertrag signifikant mindern. Wie Valentin bei seiner Arbeit methodisch vorgeht und vor welchen Herausforderungen die Agrarwissenschaft bei der Entwicklung der Landwirtschaft der Zukunft steht erfahrt ihr in dieser Episode.

Folge 018

Überfordert in der Vorlesung?

Insbesondere in den naturwissenschaftlich-technischen Fächern (“MINT”) ist die Abbruchquote an Hochschulen bedrückend hoch. Ein gängiger Versuch diese Situation zu verbessern sind Vorkurse, die zunehmend für Erstsemester angeboten werden um ihren Kenntnisstand auf das nötige Niveau zu bringen. Einen anderen Ansatz verfolgte dagegen das “HD-MINT”-Projekt, in dem unser heutiger Gast Thomas Köhler mitgewirkt hat. Hier wurde untersucht, inwiefern moderne didaktische Methoden – etwa das Just-in-Time-Teaching oder die Peer Instruction – zu einem besseren Lernerfolg und höherer Zufriedenheit unter den Studierenden führen kann. Wir haben über die verschiedenen Lehrtechniken mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteile gesprochen und erörtert, ob diese Modelle auch außerhalb der Pilotstudie wirken können.

Folge 017

Viele Wege führen nach Amyloid

Chorea Huntington ist eine neurodegenerative Erbkrankheit, die bei Betroffenen schon in jungen Jahren zum Verlust der Kontrolle über die eigene Muskulatur (“Veitstanz”) und zu tiefgreifenden Veränderungen der Persönlichkeit führt. Da bis heute keine effektive Behandlung zur Verfügung steht wird intensiv an der Erkrankung geforscht. Auch unser Gast Arne Böker möchte das Verständnis der molekularen Mechanismen hinter der Huntington-Krankheit erweitern. Der Physiker hat hierfür an der Simulation des entscheidenden Huntingtin-Proteins gearbeitet und untersucht, wie es zur krankheitsauslösenden Fehlfaltung des Eiweißmoleküls kommt. In dieser Episode erklärt er die biophysikalischen Grundlagen seiner Arbeit, warum seine Ergebnisse vom Zufall abhängen und was er für Schlüsse ziehen konnte.

Folge 016

Die Wahrheit über Kant

Was ist eigentlich Wahrheit, kann man sie erkennen und ist das überhaupt wichtig? Hauke Heidenreich interessiert sich als Historiker insbesondere für Wahrheit im historischen Diskurs und muss dabei mit großen Begriffen jonglieren: Erkenntnis, Vernunft, Moral – den Schlagwörtern Immanuel Kants. Die Interpretation und Verwendung dessen Philosophie schlug einst plötzlich eine ganz andere Richtung ein, sodass Kant bis heute beispielsweise als Begründer der säkularen Philosophie gesehen wird. Wie das sein kann, obwohl Kant sogar von der Existenz Gottes sprach hat Hauke Heidenreich untersucht und wir haben mit ihm darüber gesprochen.

Folge 015

Von den Toten lernen

Zu den wichtigsten Grundkenntnissen von Ärztinnen und Ärzten gehört ein breites Wissen über die Anatomie –  dieses wird im Rahmen des Medizinstudiums in verschiedenen Kursen erworben. Ein besonderer Abschnitt ist hierbei die Präparation einer Leiche im Rahmen des Kurses der makroskopischen Anatomie. Auch viele Außenstehende sind fasziniert, der Thematik haftet etwas mystisches an. Wir nehmen euch in dieser Ausgabe mit in das Anatomische Institut der Martin-Luther-Universität in Halle, wo wir hinter die Kulissen blicken und mit den Akteurinnen und Akteuren vor Ort sprechen konnten. Anschließend berichten Katharina und Johannes, zwei junge Medizinstudierende, von ihren Erfahrungen. Sie haben im vergangenen Semester den “Präpkurs” belegt und waren vor kurzem auf der Beisetzung der Körperspenderinnen und -spender. Was sie alles erlebt haben und welche Eindrücke sie auf ihren Weg mitnehmen erfahrt Ihr in dieser Podcastfolge.

Folge 014

Fiktion und Wirklichkeit unterscheiden

Bilderbücher sind uns allen ein Begriff – Wie viel Theorie hinter deren didaktischem Aufbau steckt, allerdings ganz und gar nicht! Diese Wissenslücke füllt für uns Lukas Doleschal. Nach seinem Grundschullehramtsstudium betrachtet er nun in seiner Promotionsarbeit das Verhältnis von Fiktion und Metafiktion in Bilderbüchern und die Auswirkung davon auf Grundschüler. Kinder entdecken schon sehr früh die eigene Fantasie, so wird beispielsweise der Holzklotz zum Auto. Allerdings ist die Metafiktion, also das sich selbst der Fiktion des Geschehnisses bewusst werden, ein viel komplexerer Schritt. Lukas stellt die These auf, dass der bewusste Bruch mit der Fiktion und das Einbauen von metafiktionalen Elementen in Kinderbüchern dazu führen kann, dass Kinder besser lernen wie sie Texte abstrahieren – Eine wichtige Kompetenz im Zeitalter der Informationsflut.

Folge 013

Berufs-Nichtversteher

Ein Jahr UnderDocs – dieses erste Jubiläum haben wir zum Anlass genommen, mal hinter die Kulissen blicken zu lassen. In dieser Sonderausgabe des Podcasts sprechen wir über die Gestaltung einer Episode, unsere Motivation für das Projekt und die Ziele für die Zukunft. Entsprechend sitzt heute kein Gast aus der Wissenschaft hinter dem Mikrofon, stattdessen hat sich das Redaktionsteam (fast vollständig) zusammengefunden, um über die Erfahrungen der letzten Monate zu reflektieren. Dabei entwickelte sich ein offenes Gespräch über Wissenschaftskommunikation aus studentischer Perspektive, über technische Prozesse, Interviewführung und die Herausforderungen der Arbeitsorganisation in Gruppen.

Folge 012

Virtuelle Losbude

Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum erlebten zuletzt einen massiven Boom und haben mittlerweile einen Bekanntheitsgrad erreicht, der manchen staatlichen Währungen gleich kommt. Wie auch bei normalen Onlinetransaktionen ist die Sicherheit solcher Kryptowährungen eine zentrale Frage. Jedoch offenbart die zugrundeliegende Technik schnell einen wahren Dschungel an Fachbegriffen. Unser heutiger Gast Sebastian Karius, Masterabsolvent der Informatik an der MLU Halle, lichtet für uns das Dickicht. Er erklärt uns, dass die Sicherheit solcher Systeme auf sogenannten „Konsensmechanismen“ basieren, die die Verantwortung für die Sicherheit nicht bei einer einzelnen Person/einem einzelnen Konzern bündeln, sondern auf möglichst viele Schultern verteilen. Sebastian erläutert, was Blockchains und Hashfunktionen sind und wie damit ein solcher Mechanismus umgesetzt werden kann, aber auch welche Schwachstellen sie bergen: Insbesondere die Verarbeitung neuer Transaktionen ist mit enormen Rechenaufwand verbunden, der es notwendig macht, entweder immer leistungsfähigere Computer zu verwenden oder schlicht auf Glückstreffer bei der Berechnung zu hoffen. Sebastian präsentiert uns einen ersten Ansatz zur Lösung dieses Problems, den er in seiner Masterarbeit entwickelt hat.

Folge 011

“Wie mit einem Idioten…”

Christian Allner, Doktorand der Medien- und Kommunikationswissenschaften, surft durch die Unendlichkeit des Internets und stößt dabei auf ein noch weitgehend unerforschtes Feld. Während er in seiner Masterarbeit auf tumblr Bildkommunikation untersuchte, soll es in seiner Doktorarbeit um künstliche Intelligenz, digitale Sprachassistenten und die noch ungewissen Schattenseiten des technischen Fortschritts gehen. Sein Fokus liegt dabei auf der Veränderung der Kommunikation durch “vermenschlichte” Maschinen und den kulturellen Einflüssen auf die Programmierung der meist weiblichen Sprachassistentinnen. In seiner Forschung stößt er häufig auf lustige Überraschungen und unerwünschte Nebeneffekte der Digitalisierung im Wohnzimmer.

Folge 010

Instrumentalisierung von Armut?!

Nikolaus Pawlitzki hat seine erziehungswissenschaftliche Masterarbeit dem Thema Wohlfahrtsverbänden gewidmet, genauer gesagt der Selbstdarstellung und Inszenierung dieser Verbände im Gefüge der deutschen Sozialpolitik. Dafür beschäftigte er sich mit den Armutsberichten des ParitätischenGesamtverbandes auseinander und gelangte bei Betrachtung der Reaktionen in den Medien und von anderen Wohlfahrtsverbände zu spannenden Erkenntnissen über das Verhältnis von Wohlfahrt und Öffentlichkeit. Denn so viel sei gesagt: Der Armutsbericht berichtet nicht nur sachlich, sondern erfüllt noch weitere Funktionen.

Folge 009

Permanente und dynamische Netzwerke

Ein Kratzer oder eine Schnittwunde – ein alltägliches Ärgernis. Doch große Probleme bereiten kleinere Verletzungen nicht: es erscheint uns selbstverständlich, dass ein Heilungsprozess einsetzt. Geradezu außergewöhnlich ist jedoch die Vorstellung, dass auch unbelebte, feste Materialien – etwa Kunststoffe –  in die Lage versetzt werden können, sich selbst zu heilen. Wie das am besten gelingt untersucht unser Gast Anton Mordvinkin, Doktorand für Physik auf dem Gebiet der Polymerforschung. Er spricht mit uns über verschiedene Ansätze zur autonomen Reparatur von Polymeren. Seine Forschung fokussiert sich auf sogenannte intrinsische Ansätze, die versprechen, „Verletzungen“ des Kunststoffes nahezu beliebig oft zu heilen, allerdings schwierig zu realisieren sind. Darüber hinaus erklärt uns Anton, wie er ein besseres Verständnis des physikalischen Ablaufes solcher Heilprozesse erzielen möchte. Dafür verwendet er unter anderem die Kernspinresonanz, wie sie auch in der Medizin zur Anwendung kommt.

Folge 008

Die Dinge nicht zu ernst nehmen

Die meisten Menschen nehmen Lachen als positiven Bestandteil ihres Alltags wahr, der Volksmund spricht ihm sogar eine gesundheitsfördernde Wirkung zu. Doch unterscheidet sich die Bewertung fremden Lachens in der Bevölkerung erheblich, ein gewisser Anteil leidet sogar an einer erheblichen Angst vor dem „ausgelacht werden“. Diese in der Persönlichkeitspsychologie als „Gelotophobie“ bezeichnete Eigenschaft beschäftigt unseren Gast, den Psychologen Kay Brauer, ebenso wie die Gelotophilie (die Freude am ausgelacht werden) als auch der Katagelastizimus (die Freude am auslachen anderer Personen). Unter anderem untersucht er in psychologischen Studien, wie diese Persönlichkeitsdimensionen romantische Beziehungen beeinflussen. Daneben hat er sich mit der Verspieltheit im Erwachsenenalter befasst und forscht zum Imposter-Phänomen, bei dem Betroffene ihre eigenen Erfolge nicht mit eigener Leistung in Verbindung bringen können und sich daher selbst als vermeintliche „Hochstapler” sehen.

Folge 007

Enzyme sind manchmal Diven

Diesmal begeben wir uns wieder in naturwissenschaftliche Gefilde: Der Doktorand der Biotechnologie Andreas Griethe stellt seine Arbeit über die Umwandlung und Nutzbarmachung von Methan vor, welche im Rahmen des Forschungsprojektes “ECOX” entstand. Methan ist auf der Erde reichlich vorhanden, es kann zum Beispiel bei der Vergärung von Pflanzen oder als brennbares Eis in den Weltmeeren gewonnen werden. Doch um es besser nutzen zu können muss es umgewandelt werden. Hierfür bietet sich etwa die Gewinnung von Methanol aus Methan an, das in der chemischen Industrie in großen Maßstäben für die Produktion insbesondere von Kunststoffen benötigt wird. Doch eine chemische Herangehensweise ermöglicht keine sinnvolle Umwandlung des Methans, weswegen sich Andreas um eine biochemische Lösung des Problems bemüht. Welche Enzyme hierfür benötigt werden und welche Probleme beim Reaktionsprozess auftreten wird in dieser Folge erklärt.

Folge 006

Tipps zum Studienstart

Für die meisten Studienanfängerinnen und -anfänger ist es nicht einfach, sich in das neue System Hochschule einzufinden. So müssen zu Anfang des Studiums zuerst einige organisatorische Fragen geklärt werden und eventuellen Ängsten und Vorurteilen Abhilfe geleistet werden, bevor sich die Erstsemester den Inhalten ihres Studienfachs widmen können. Deshalb wollen wir in dieser Spezialfolge allen Erstis ein paar Tipps über Selbststudium, Zeitmanagement, Gruppenarbeiten und vieles mehr geben. Hierfür haben wir Gäste aus verschiedenen Fachbereichen –  Naturwissenschaft, Rechtswissenschaft, Lehramt, Soziologie und Medizin – eingeladen, um einen umfassenden Einblick in den Studienalltag zu bekommen.

Folge 005

Eine Milliarde Tonnen DVDs

In dieser Folge erzählt Tristan Müller – Doktorand am Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik –  von spannenden Phänomenen und interessanten Erkenntnissen aus dem Bereich der Materialphysik. Dabei geht es um die Untersuchung und Berechnung der Eigenschaften unterschiedlicher Materialien: über Dichte und Leitfähigkeit bis hin zum Magnetismus, der für Tristan eine besonders wichtige Bedeutung hat. Magnetische Effekte werden in der Industrie vielfältig genutzt. Sie ermöglichen zum Beispiel Datenspeicherung auf Festplatten, Mobilität durch Elektromotoren oder Stromproduktion durch Generatoren in Kraftwerken und Windkraftanlagen. Allerdings erschweren sie auch die Abschätzung von Materialeigenschaften, da die Auswirkungen von Magnetfeldern in die bisherigen Berechnungsmodelle nicht gut integriert werden können. Die Methoden und Inhalte der Materialphysik gehen unter anderem auf die Erkenntnisse des Chemie-Nobelpreisträgers Walter Kohn zurück. Ihm gelang es, theoretische Überlegungen zur Berechnung von Materialeigenschaften an den entscheidenen Stellen zu vereinfachen und so eine ganze Wissenschaftsdisziplin zu begründen.

Folge 004

Hallo, ich bin Barbados!

Die United Nations (UN) wurden nach dem zweiten Weltkrieg gegründet, um die Welt vor einem weiteren verheerenden Krieg zu schützen und die internationale Zusammenarbeit zu fördern. Um einen tieferen Eindruck in die Arbeit der Diplomatinnen und Diplomaten in dieser Organisation zu erhalten, bietet sich eine Teilnahme bei der größten UN-Simulation an – dem National Model United Nations (NMUN). Pia und Lewis gehörten zur ersten halleschen Delegation, die letztes Jahr an dieser UN-Simulation teilnahm. Das fünftägige Planspiel findet jährlich im UN-Hauptquartier in New York statt und ist sehr stark an den tatsächlichen Strukturen und Hierarchien der Vereinten Nationen orientiert; es wird debattiert, verhandelt und nach Lösungsansätzen für aktuelle Probleme gesucht. Dabei vertreten die Delegationen ein Land, auf das sie sich vorher beworben haben. Die halleschen Studierenden übernahmen hierbei die Rolle der Delegation des karibischen Inselstaates Barbados. Wie sie sich darauf vorbereitet haben, welche Erfahrungen sie im Planspiel gemacht und wie sie im „diplomatischen Wettbewerb“ abgeschnitten haben, erzählen sie in dieser Podcast-Folge.

Folge 003

Staat und Religion trennen

Die Judaistikerin Anne-Sarah Fiebig spricht mit uns über Jeschajahu Leibowitz, einen der bekanntesten zeitgenössischen jüdisch-orthodoxen Philosophen, aktuelle innenpolitische Spannungen in Israel und über die jüdische Kultur. Jeschajahu Leibowitz wurde 1903 in Riga geboren und wirkte bis zu seinem Tod 1994 in Jerusalem als orthodoxer Jude, Naturwissenschaftler und Philosoph kritisch an der Entwicklung eines modernen Israels mit. Insbesondere fiel Leibowitz durch seine Forderung nach einer strengen Trennung von Staat und Religion auf, die in der orthodoxen Gemeinschaft auf starke Gegenwehr stieß. Laut Leibowitz wird die jüdische Religion zur Legitimierung politischer Maßnahmen missbraucht, weshalb er – um Staat und Religion voreinander zu schützen –  dafür plädiert die Sonderstellung der Religion abzuschaffen. Damit sie eine Zukunft habe, müsse die Religion Privatsache bleiben. Doch die gesellschaftliche Realität in Israel ist heutzutage eine andere. Der zunehmende politische Einfluss der Orthodoxen führt zu Konflikten mit dem jungen, liberalen Einwohnern – viele empfinden die aktuelle Situation als sehr ungerecht und fordern nach mehr Gleichberechtigung und Gleichverpflichtung. Ein Einblick in die spannende israelische Kultur und Innenpolitik dieser Tage.

Folge 002

Elf Nasen auf dem Rasen

Der Medienwissenschaftler Fabian Lamster hat in seiner Masterarbeit seine zwei großen Leidenschaften verbunden und sich mit der medialen Wahrnehmung des Fußballs beschäftigt. Genauer betrachtete er die Entstehung und Entwicklung von parasozialen Beziehungen zwischen den Zuschauern und den Sportlern. Parasozial beschreibt in diesem Falle eine Interaktion, die nicht sozial – also im gegenseitigen Austausch – stattfindet, sondern einseitig. Oftmals verfolgen Fans die Karrieren ihrer Lieblingssportlerinnen und -sportler über Jahre und entwickeln eine tiefe Bindung – es entsteht eine einseitige, parasoziale Beziehung zum Star, dem sich bisher jedoch kaum Rückkanäle boten. Durch die sozialen Medien ergeben sich neue Möglichkeiten der Interaktion, dennoch handelt hier oftmals nicht der Fußballprofi als Mensch, sondern als Marke und Medienfigur. Insbesondere im internationalen Profifußball sind die öffentlichen Auftritte, auch diese auf Facebook und co, von Medienberatungen und PR-Management beeinflusst. Nicht zuletzt haben auch die Vereine im Hintergrund hieran ein großes Interesse, geht es doch um die möglichst breite Vermarktung der Top-Spieler, für die zum Teil dreistellige Millionenbeträge investiert wurden. Und die Strategie scheint aufzugehen: viele Fußballer sind abseits ihrer sportlichen Karriere Personen mit einer großen medialen Präsenz, die Fans nehmen alle zur Verfügung stehenden Kanäle an um ihren Liebling verfolgen zu können. Die Fankultur ist stark emotional geprägt – das Verbundenheitsgefühl ist ein wichtiger Teil dieser Gefühlswelt Fußball.

Folge 001

Für die Demokratie kämpfen

In dieser ersten Folge des Podcasts führt uns der Politologe Alexander Kubis in die vergleichende Demokratieforschung ein. Die demokratischen Systeme in den verschiedenen Ländern weisen teilweise erhebliche Unterschiede auf. Daher stellt sich die Frage nach einer Methode für den Vergleich und die Bewertung der Systeme. Grundlegend ist hierbei die Unterscheidung von Konsens- und Mehrheitsdemokratien sowie von repräsentativen und direkten Demokratieformen. Dabei handelt es sich hierbei nicht um exakte Einteilungen, vielmehr existieren viele Mischformen zwischen den ExtremeIn seiner Arbeit hat Alexander Kubis sich insbesondere auf die Performanz der politischen Systeme als Vergleichskriterium konzentriert. Die Perfomanz beschreibt die “Leistungsfähigkeit” eines demokratischen Systems, diese kann grob unterteilt werden in die wirtschaftliche Effizienz und die Partizipation, also die gelebte Teilhabe an der Demokratie. Hier stellt sich nun die Frage, wie sich die unterschiedlichen Leistungswerte sich auf das Wechselspiel zwischen Bevölkerung und politischem System auswirken – dies hat Alexander anhand verschiedener Fallstudien genauer untersucht.